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GC 2008 » 02.01.2008 15:43
· GC 2008: Das Eröffnungskonzert ist tot ... es lebe ...
... das Spielemusik-Ensemble Video Games Live in der Arena Leipzig. Denn am 20. August wird das Eröffnungskonzert nicht mehr in seiner bekannten Art und Weise und auch nicht im Gewandhaus Leipzig stattfinden. Durch diese Änderung wird aus einem gemütlichen Klassikkonzert mit vielen hervorragenden Arrangements ein multimediales Erlebnis mit Film-Einspieler auf einer großen Leinwand, spektakuläre Lichteffekte und Schauspieler, die in die Rollen bekannter Spielecharaktere schlüpfen. Doch lest weiter.


Diese große Veränderung animierte auch einen Musiker des Gewandhausrchesters zu einer Meinungäußerung in einem Blog. Dort zählte er die verschiedenen Vor- und Nachteile auf und überlegte, welche Punkte die Messeleitung zu dieser Entscheidung bewogen haben könnten. Da dieser Text recht lang ist, beziwhen wir uns nur auf einige Abschnitte.

Die wohl größte Neuerung neben den vorab bereits genannten dürfte die Anzahl der Zuschauen und Zuhörer sein. So passen in die Arena Leipzig mehr als 7000 Leute, wodurch ein kleines Orchester untergehen würde. So möchte man jetzt mit Film-Einspielern auf einer großen Leinwand, spektakuläre Lichteffekten und Schauspieler andere Maßstäbe schaffen. Für die Musik ist dann ein großes Orchester mit Chor verantwortlich.

Christoph Winkler, Mitglied des Gewandhausorchesters:
Das Eröffnungskonzert der Games Convention ist tot. Das Spielemusikkonzert im Gewandhaus zu Leipzig war 2003 das erste seiner Art außerhalb Japans und setzte auch in den Folgejahren neue Maßstäbe. ...

Ob jemand von der Messeleitung beim Konzert anwesend war, nachdem es bereits 2007 nicht mehr als offizielle Eröffnungsveranstaltung der Games Convention diente, weiß ich nicht. Vermutlich war man aber im Januar letzten Jahres in der Arena Leipzig, als das Gewandhausorchester und der Chor der Leipziger Oper mit Howard Shores Soundtrack zu Der Herr der Ringe an zwei Abenden insgesamt über 13.000 Besucher in die Mehrzweckhalle lockten. Kein Vergleich zu den knapp zweitausend Personen, die in den Großen Saal des Gewandhauses passen. Und die medialen Effekte erst: Genial, wie die auf Großleinwand projizierten Konzeptzeichnungen von Alan Lee und John Howe die vielen Längen der zweieinhalbstündigen Soundtrack-Fassung kaschierten! ...

Dass die Musikshow von Tommy Tallarico und Jack Wall nun endlich ihren Weg nach Deutschland findet, ist dabei im Grunde begrüßenswert. Aber dass sie als neue Eröffnungsveranstaltung die angestammten Spielemusikkonzerte im Gewandhaus komplett ersetzt, ist ein zu hoher Preis.
Natürlich spielen in dieser Meinung so manche Gefühle eine Rolle. Jedoch ist der radikale Wechsel der Austrichtung nicht zu leugnen. So wird nicht nur die Akustik in der Konzerthalle darunter leiden, sondern auch die Musik selbst.

Denn, wie Christoph Winkler weiter mitteilt, hat man im Gewandhaus selbst von den hinteren Reihen aus erkennen können, wie Posaunisten und Trompeter die Instrumente an die Lippen setzen und das berühmte Super-Mario-Thema anstimmen. So werden bewegte Spielszenen auf Großleinwand, ebenso wie Lasershow und Kunstnebel diese Aufgabe nun übernehmen müssen. Auch werden die Schauspieler für großen Schauwert sorgen, aber auch dafür, dass die Musik nicht mehr im Zentrum der Veranstaltung steht.

Jedoch ist es bekanntlich schwierig zwei verschiedene Konzerte mit einander zu vergleichen. Somit bleibt nur noch die Möglichkeit, das neue Konzert in neuer Location am 20. August zu besuchen und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Quelle
Autor ... Lexi
Kategorie ... GC 2008
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