 Eigentlich klingt es wie aus einem Sci-Fi-Film: menschliche Gesichter, täuschend echt am Computer nachgebildet und animiert. Zur Einstimmung sei der Artikel Schönes für die Augen: Digital Beauties empfohlen. Danach rät Verfasser dieser Zeilen, einen Blick auf die junge Dame zur rechten, deren Antlitz diesen Absatz ziert. Auch sie existiert so nicht wirklich. Sie ist ein virtuelles Geschöpf und wirkt dabei doch so real, so lebensecht, dass sie - zumindest im Video - nur mit Mühe von einer echten Person zu unterscheiden ist. "Emily", so der Name der virtuellen Schönheit, bringt die Darstellung von Personen in Videospielen oder CG-Filmen auf eine völlig neue Ebene.
Verantwortlich für "Emily" zeichnet die Firma Image Metrics, zu deren Kunden unter anderem Rockstar Games und Namco Bandai Games gehören. Wer also etwa die Animationen der Gesichter in Grand Theft Auto 4 gesehen hat, weiss ungefähr, wozu Image Metrics fähig waren. "Waren", denn mit dem Emily Project wurde, wie gesagt, ein großer Schritt getan. Dies war nicht zuletzt deshalb möglich, weil das technische Verfahren sich vom bisherigen gänzlich unterscheidet. Wo Motion Capturing auf Kontrollpunkten und Spezialkameras basiert, wertet das System von Image Metrics schlicht Videodaten aus und überträgt diese auf ein dreidimensionales Modell.
Image Metrics geht hier noch einen Schritt weiter. Anders als die bekannte, auf relativ wenigen Kontroll- und Vergleichspunkten basierende Technik bisheriger Gesichtsanimationen arbeitet die IM-Software beinahe pixelgenau und ermöglicht so ein bisher ungeahntes und unerreichtes Detailreichtum. Weil also echte menschlichte Mimik die Vorlage liefert, wird ein weiterer großer Kritikpunkt bisheriger Animation umgangen: menschliche Gesichter sind unweigerlich ein wenig asymmetrisch, Muskeln regen sich bisweilen unwillkürlich oder Augenlider schliessen sich unregelmäßig.
Was meint ihr zu diesem Thema? Geschmacklos, gefährlich oder einfach nur technisch beeindruckend mit ungeahnten Möglichkeiten für die Verwendung in digitaler Unterhaltung?
[Quelle: Times Online]
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